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Trennung aus Sicht des Kindes

Bild zum Eintrag Trennung aus Sicht des Kindes


Unsere psychologische Abteilung unterstützt Euch dabei im Vortrag „Trennung aus Sicht des Kindes“ und schildert Anschauungsweisen der Kinder.

Zunächst ist es wichtig ehrliche, verständliche und altersgemäße Erklärungen über die Gründe der Trennung zu geben und die Paar- und Elternebene zu trennen. In regelmäßigen Gesprächen können Regelungen, Wünsche und Änderungen vorgebracht werden und das Kind realisiert nach und nach, was sich nie ändern wird: die Liebe beider Eltern zum Kind.

Hierbei unterscheiden unsere Psychologinnen zwischen verschiedenen Perspektiven.
Die egozentrische Perspektive betrifft Kinder zwischen dem dritten und dem sechsten Lebensjahr, die Ereignisse „ich-zentriert“ wahrnehmen und sich schwer in andere Sichtweisen hineinversetzen können. Verunsicherung, Angst und aggressives Verhalten verdeutlichen den Schmerz über die Abwesenheit eines Elternteils. Umso bedeutender sind der altersgerechte Austausch mit beiden Elternteilen und die Kontinuität des Lebensablaufs. Auf spielerische Art können die geplanten familiären Veränderungen am besten übermittelt werden und Alltagsroutinen auf die Eltern verteilt werden, denn ein Kind braucht Mutter und Vater.

Die subjektive Perspektive umfasst Kinder zwischen fünf und neun Jahren, die bereits in der Lage sind andere Denkweisen zu verstehen und anzunehmen. Ein vorübergehender Rückzug, Überangepasstheit oder Solidarisierung können mögliche Reaktionen auf die Trennung sein. Um zu verhindern, dass das Kind in einen Loyalitätskonflikt gerät, sollten Konfliktlösungen direkt zwischen den Eltern getroffen werden. Regelmäßige Besuchskontakte bestärken die Gewissheit des Kindes, dass die Beziehung sowohl zur Mutter als auch zum Vater aufrechterhalten wird.

Die Perspektive in der Vorpubertät und Pubertät bezieht sich auf Kinder ab dem 10. Lebensjahr, die Situationen erkennen und eigene Gefühle und Gedanken miteinbringen. Dies äußert sich durch eine verstärkte Sorge um das Wohlergehen der Eltern, durch ein zunehmendes Verantwortungsgefühl und durch das Vernachlässigen der eigenen Interessen. Es ist von großer Bedeutung Schamgefühle und die Angst vor Stigmatisierung direkt anzusprechen und zu klären und den Wunsch nach eigenständiger Meinungsbildung zu berücksichtigen. Sind Halt und Unterstützung gewährleistet, kann eine Solidarisierung mit einem der beiden Elternteile vermieden werden.

Die individuellen, altersspezifischen Reaktionen der Kinder auf eine Trennung sind also weniger als Verhaltensstörung aufzufassen, sondern vielmehr als Bewältigungsstrategie.
Teil dieser Strategie sind die „scheidungsbezogenen Aufgaben für Kinder“, die unter Hilfestellung durch die Eltern aufgearbeitet werden. Darunter zählen zum Beispiel das Anerkennen der Trennung, das Zurückfinden zu Gewohnheiten und die Verarbeitung von Gefühlen jeglicher Art. Ziel ist also die Schaffung einer Familienatmosphäre, in der Nähe und Distanz gleichermaßen zugelassen und ertragen werden – denn somit ist  ein optimaler Nährboden für die Bewältigung der emotionalen Belastung garantiert.